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DSA5 - Aventurisches Herbarium (PDF) als Download kaufen €17,99
Publisher: Ulisses Spiele
by Roger L. [Featured Reviewer] Date Added: 04/25/2020 05:59:47

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Manche Helden sehen den Wald vor lauter Bäumen nicht, marschieren über Feld und Wiese und hinterlassen unzählige totgetretene Pflanzen. Damit ist jetzt Schluss, denn das kürzlich erschienene Aventurische Herbarium lenkt den Fokus auf die teilweise einzigartige Pflanzenwelt Aventuriens. Welche Schätze und Gefahren verbergen sich wirklich in der Wildnis?

Die Natur ist die beste Apotheke.

(Sebastian Kneipp, Naturheilkundler 1821–1897 n.Chr.)

Das Aventurische Herbarium möchte mit den Sammelbegriffen „Pflanzen“ und „Wildnis“ endlich aufräumen und einen „Baukasten für die Bepflanzung […] Aventuriens“ bieten. Damit reisende Helden nicht mehr nur die Schatten am Wegesrand im Dornendickicht sehen, sondern auch das Dornendickicht selbst wahrnehmen.

Meine Reise führt mich daher am heutigen Tage nach Retogau im Mittelreich, wo mich Baron Zordan Fuxfell zu einem Umtrunk erwartet. Der folgende Dialog schildert die ersten Eindrücke über das neue Regelerweiterungswerk und seinen Umgang und Nutzen am Spieltisch.

Inhalt Teilzeithelden: Euer Wohlgeboren, vielen Dank, dass Ihr meiner Anfrage zu einem Treffen stattgegeben habt. Wie ich in meinem Schreiben bereits kundgetan habe, interessiere ich mich in erster Linie für das Buch, welches Ihr kürzlich erworben habt. Ich möchte meinen, dass Ihr damit einer der ersten Adligen des Reiches seid, die das neue Aventurische Herbarium in Händen halten. Erlaubt mir die Frage, was Euch dazu bewegt hat, das Werk zu erwerben.

Fuxfell: Werter Herr Redakteur, nichts anderes als die Neugier trieb mich an. Wie Ihr seht, pflege ich eine gut sortierte Bibliothek, und da es mir derzeit an abenteuerlichem Exkurs mangelt, sah ich es als meine Pflicht, den staubigen, leeren Flecken des Regals dort links ebenfalls mit Büchern zu füllen.

Teilzeithelden: Aber warum dann gerade das Herbarium, warum nicht etwas über Staats- oder Fechtkunst?

Fuxfell: Das Herbarium mag auf den ersten Blick unwichtig erscheinen. Auch ich habe über die Jahre erst lernen müssen, welche Schätze die Natur uns an die Hand gibt. Was der eine als nutzloses Unkraut sieht, kann für den anderen eine lebensrettende Medizin sein. Das Herbarium vereint das Wissen der Naturkundler und Gelehrten der Heilkunst und bietet einen hervorragenden Überblick über mehr als 60 Pflanzen. Zudem liefert es eine Menge nützlicher Rezepte, Hinweise zur Alltagsarznei und zum alchimistischem Wirken.

Teilzeithelden: Euer Wohlgeboren empfindet das Werk also als übersichtlich?

Fuxfell: In der Tat. Der Aufbau mit je einer Pflanze pro Seite ist ebenso gelungen wie die Kategorisierung der einzelnen Pflanzentypen (Heilpflanzen, Giftpflanzen, Pflanzen mit physischer Wirkung, Pflanzen mit psychischer Wirkung, Nutzpflanzen, wehrhafte Pflanzen und übernatürliche Pflanzen).

Kapitel 1 – Aventurisches Herbarium vs. Herbarium Aventuricum Teilzeithelden: Schauen wir uns das Werk doch einmal aus der Nähe an!

Der Seitenaufbau enthält zu jeder vorgestellten Pflanze ein Zitat (Ingame-Text) und eine ausführliche Beschreibung. Zudem beinhaltet es einen optisch hervorgehobenen Bereich mit den wichtigsten Angaben zur jeweiligen Pflanzenart (Verbreitung, Bestimmungsschwierigkeit, Wirkung, Preis, Haltbarkeit, etc.). Darüber hinaus gibt es für jedes Gewächs eine Rubrik „Was weiß mein Held über …“, welche in drei (Qualitäts-)Stufen das (Helden-)Wissen über das Gewächs erläutert.

Fuxfell: Werter Herr Redakteur, vergesst nicht die Illustrationen zu jeder Pflanze!

Teilzeithelden: Vielen Dank für den Hinweis, auf das Erscheinungsbild des Werkes werde ich später noch eingehen, aber Ihr habt selbstverständlich Recht.

Ich würde gerne zur Veranschaulichung ein paar beispielhafte Gewächse des Werkes umreißen, wenn es Euer Wohlgeboren erlaubt. Und ich sehe just, dass Ihr in eurer Bibliothek auch das ältere Werk Herbarium Aventuricum (aus der DSA3-Box Drachen, Greifen, Schwarzer Lotos) besitzt, welches wir zum Vergleich heranziehen könnten.

Fuxfell: Wohlan, so soll es sein. Da, nehmt Ihr das neue Werk, und ich schlage im älteren nach und ziehe einen Vergleich. Schwebt Euch bereits ein Kraut vor Augen, dessen wir uns für den Vergleich bedienen können?

Teilzeithelden: Das Wirselkraut ist allgemein bekannt und dürfte in beiden Werken vorkommen, und auch die Alraune halte ich für eine sinnvolle Wahl.

Die Beschreibung des Wirselkrautes beginnt mit zwei Zitaten, welche die heilende Wirkung des Krautes aufgreifen, sowie die zwergische Abneigung gegen das Kraut.

Fuxfell: Hier ebenso.

Teilzeithelden: Es folgt eine Beschreibung des Aussehens der Pflanze, ihrer Verbreitung in Aventurien und ihrer Verwendbarkeit.

Fuxfell: Hier ebenso.

Teilzeithelden: Im hervorgehobenen Kasten auf der rechten Seite werden die wichtigsten Informationen (Werte) des Krautes zusammengefasst und übersichtlich dargestellt. Darunter befinden sich auch Hinweise auf die Rezepturen und den Einsatz als Arznei.

Fuxfell: Hier ebenso.

Teilzeithelden: Zuletzt folgt eine Beschreibung des Bekanntheitsgrades in der Rubrik „Was weiß mein Held über Wirselkraut?“

Fuxfell: Hier nicht.

Teilzeithelden: Wir stellen also fest, dass sich das neue Werk nicht unwesentlich vom älteren unterscheidet.

Fuxfell: Das möchte mir nicht in den Sinn kommen. Wohlan, wir haben zwar des Heilungskrautes Seiten verglichen, mitnichten jedoch andere Seiten. Auch sind zwar Zitate vorhanden, doch sind es andere und vor allem neuere Erkenntnisse. Sehet zum Beispiel: Das erste Zitat zum Wirselkraut, welches aus dem „Folianth der Kreutherkunde“ stammt, ist aus dem Jahre 1042 BF und somit aktuell.

Zudem habe ich eben im neueren Werke quergelesen und musste feststellen, dass es zwar weniger Pflanzen enthält, aber dafür einige neue Entdeckungen hinzugekommen sind. „Wandermoos“, „Schwarmschwamm“ oder „Krakenseerose“ sind mir beispielsweise bis dato gänzlich unbekannt gewesen. Wo das ältere Werk nur nach Heil-, Gift- und profanen Pflanzen unterschied, bringt die Typisierung und zugehörige Symbolik dem neuen Werk und dem eiligen Leser auch einen schnellen Überblick über den Nutzen einer Pflanze. Ich halte dies hesindegefällige Werk daher doch für um einiges informativer.

Teilzeithelden: Ich stimme Euer Wohlgeboren zu. Der Umfang des neuen Werkes mag ein klein wenig geringer sein, aber die Inhalte wiegen diesen Umstand über alle Maßen auf.

Wenden wir uns doch unserem zweiten Vergleichsobjekt zu, der Alraune. Und lasst uns diesmal die Bücher tauschen, damit wir verschiedene Sichtweisen berücksichtigen. Hier finde ich im älteren Werk ebenfalls ein Zitat und einen ähnlichen Aufbau wie zum Wirselkraut, mit Beschreibungstext und allen wichtigen Informationen.

Fuxfell: Hier ebenso, wenngleich ich erwähnen muss, dass der Alraune im zweiten Kapitel ebenfalls einige Zeilen dargebracht wurden. Lasset uns daher die Alraune und das zweite Kapitel, welches sich den Rezepturen widmet, eingehender studieren.

Kapitel 2 – Rezepte

Teilzeithelden: Hier nützt der Vergleich zum älteren Werk nicht mehr viel, da die Kapitel sich zu sehr voneinander unterscheiden. Ich fasse aber gerne das zweite Kapitel des neuen Aventurischen Herbariums zusammen, sodass wir im Anschluss einen Blick auf die Alraunen werfen können.

Das Kapitel widmet sich in der Tat den Rezepten. Sowohl den pflanzlichen als auch den alchimistischen wurde dabei Platz eingeräumt, und auch hier greift die Typisierung, welche bereits bei der Einteilung der Pflanzen zu finden ist. Insgesamt sind auch hier über 60 Salben, Tinkturen, Gifte und Elixiere zu finden. Einen ganz eigenen Platz – von immerhin sieben Seiten – nimmt dabei der „Alraunige Homunculus“ ein.

Fuxfell: Mich deucht, hier hat Hexenwerk in das Buch Einzug gehalten. Nicht, dass ich etwas gegen Hexen hätte, doch scheint mir der Homunculus fast ebenso gefährlich wie einige der aufgezählten Gifte und alchimistischen Tinkturen. Wenngleich das putzige Kerlchen sicherlich ein lustiger und hilfreicher Weggefährte sein könnte. Wir bewegen uns wohl in einer nebligen Zone mit diesem Buch, nicht wahr? Nun ja, solange das Buch keine einwandfreie Thesis mitliefert, wird es wohl nicht indiziert werden, und Phex sei Dank habe ich ohnehin noch nie einen Praioten in meiner Bibliothek sitzen gehabt.

Teilzeithelden: Ich enthalte mich lieber eines Kommentares dazu. Was hält Euer Wohlgeboren denn vom dritten Kapitel?

Kapitel 3 – Regeln und Tabellen Fuxfell: Zum einen bin ich darauf erpicht, die beschriebenen Landschaften alsbald wieder zu bereisen, zum anderen entzückt es mich zu sehen, wie detailliert die Flora der aventurischen Regionen beschrieben wurden. Ach, fürwahr, ich kann einiges davon bestätigen, habe ich doch viele der Länder in früheren Jahren bereist.

Die Beschreibungen der Landschaftstypen geben ein stimmiges Bild wieder. Nehmt doch nur beispielsweise die „Mittelländischen Wälder“, jenes Waldland, welches sich jenseits von Gareth erstreckt, oder den Farindel im albernischen Land. Der Herr von Blautann hat seinen Namen nicht von ungefähr, und ich erinnere mich gut an Rotbuchen, Lindenbäume und Rosskastanien, zwischen denen wir unsere Lager aufschlugen. Haselnüsse oder Himbeeren dienten uns als Nahrung, und hätte Alberik die roten Beeren des „Ingerimmsglöckchen“ nicht rechtzeitig erkannt, hätte sich Sigfried sicherlich daran vergiftet.

Aber ich schweife in alte Erinnerungen ab. Um Eure Frage zu beantworten, ich halte große Stücke auf das dritte Kapitel. Es beschreibt nicht nur die landschaftlichen Begebenheiten, sondern beinhaltet auch ein großes Sammelsurium an nützlichen Thematiken wie die Kräutersuche, die Haltbarmachung, den Umgang mit Alltagsarzneien und die Gefahren der Sucht.

Teilzeithelden: Nicht zu vergessen den Grundsatz der alchimistischen Äquivalenz.

Fuxfell: Wie wahr, Herr Redakteur, eine Studie der alchimistischen Gelehrten zur Eigenschaft und Sympathetik der Elemente. Sehr von Interesse für eine neue Sichtweise auf die metaphysischen Gesetze und die fundamentale kosmische Ordnung, welche gerade nun in der Zeit des Sternenfalls von äußerster Relevanz sein könnte, wenn Ihr mich fragt. Was mir überdies nicht in den Kopf will, sind die vielen „Fokusregeln“ und regeltechnischen „Werte“, von denen auch Ihr heute schon mehrfach spracht. Welche Zeitung schickte euch noch gleich?

Während der Redakteur versucht, dem Herrn Baron die irdische Welt etwas näher zu bringen, und im Werk noch nach einem Heilmittel für Corona sucht, könnt ihr, liebe Leserinnen und Leser, noch etwas über das Erscheinungsbild erfahren und im Fazit die Zusammenfassung unseres Dialoges lesen.

Erscheinungsbild Das Aventurische Herbarium besticht vor allem mit seinen hervorragenden Illustrationen. Nicht nur das gelungene Titelbild von Nele Klumpe ist ein Hingucker, sondern auch die vielen verschiedenen Innenillustrationen können sich sehen lassen. Die detaillierten Beschreibungen der Pflanzen wurden von den Künstlern nahezu perfekt in ihren Bildern umgesetzt.

Das Buch besticht aber auch durch eine gute Lesbarkeit und Übersichtlichkeit, welche hauptsächlich dem strukturierten Seitenaufbau geschuldet ist. Dass sich viele Informationen an verschiedenen Stellen wiederholen, kann man zu Gunsten der schnellen Informationsfindung ignorieren.

Fazit Mit dem Aventurischen Herbarium bringt Ulisses nach der Fauna (Aventurische Tiergefährten, wir berichteten) nun auch die Flora an den Spieltisch. Frei nach dem Motto: Weg vom „Ihr stapft durch die albernische Heide“ hin zum „Das Jasalinkraut verleiht der sonst eher kargen Landschaft aus vereinzelt stehenden Erlen ein paar purpurne Tupfer.“

Das Erweiterungsregelwerk überzeugt mit tollen Illustrationen und einer Reihe hilfreicher Fokusregeln für das Spiel mit diversen Pflanzentypen. Nicht nur für den kräutersammelnden Heiler, sondern auch für alle anderen Charaktere lässt sich Aventurien vollkommen neu entdecken. Alchimistische Tinkturen für den Gelehrten, Gifte für die dunklen Seiten in uns, gefährliches Pflanzenwerk wie die „Disdychonda“ für den wagemutigen Kämpfer oder die Erschaffung eines alraunischen Homunculus als magisches Wirken – hier ist für wirklich jeden etwas dabei. Fokusregeln zur Haltbarmmachung, zur Kräutersuche, zum Umgang mit Süchten oder zur Verwendung von Alltagsarzneien sind nur einige der lohnenswerten Inhalte.

Der Preis des Werkes wirkt zwar verhältnismäßig hoch, ist aber bei der Vielzahl an Illustrationen und dem Umfang von 160 Seiten gerechtfertigt. Lasst nicht zu, dass euch die Wildnis von diesem Werk trennt. Stiefel geschnürt und auf zum Händler des Vertrauens marschiert! Aber Obacht: Unter manchem Stiefel klebt vielleicht das Potenzial für ein Abenteuer, man muss sich nur seiner Umwelt bewusst werden und nachschauen.



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