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Liber Liturgium (PDF) als Download kaufen €16,99
Publisher: Ulisses Spiele
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by Roger L. [Featured Reviewer] Date Added: 09/13/2014 04:32:38

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zension-dsa-liber-liturgium/

Kirchen und Religionen haben alle ihre Gebete und Choräle. Doch wie verhält es sich mit den Kirchen und Glaubensrichtungen in der Welt des Schwarzen Auges? Dieses Thema wurde im Liber Liturgium aufgearbeitet. Wie praxisnah das neue Quellenbuch verwendet werden kann, zeigt unser Test.

Rezension: DSA – Liber Liturgium

Quellenangaben und Hintergrundmaterial lieferte Ulisses in der Vergangenheit schon in einigen anderen Reihen, seien es nun Regelbücher mit rotem Rücken oder Regionalbeschreibungen mit grünem Rücken. Dem Liber Liturgium ging bereits das Liber Cantiones voraus – das Zauberbuch in der Welt von Aventurien. So wie dort auch einzelne Zaubersprüche abgedruckt, beschrieben und als Wegweiser benutzbar sind, finden wir im Liber Liturgium eine Sammlung an Liturgien – dem göttlichen Wirken der Geweihten und Priester. Da dies der erste Versuch von Ulisses zu diesem Thema war, waren Neugier, Skepsis und hohe Erwartungen meine stetigen Begleiter.

Inhalt Schlägt man das Werk das erste Mal auf, so erhält man nach dem einseitigen Inhaltsverzeichnis und dem Vorwort des Buches gleich das, was man von einem Regelwerk erwartet: Eine Seite zum Gebrauch des Buches, quasi ein Regelwerk zum Regelwerk. Hier wird direkt erklärt, wie man dieses Buch benutzt und das nicht, ohne einen leicht entschuldigenden Unterton anzuschlagen.

Zusammenfassende Regeln Jetzt fängt das Liber Liturgium eigentlich erst richtig an. Auf den nachfolgenden zwölf Seiten findet man eine Zusammenfassung der Regeln zum karmalen Wirken. Ein wie sonst bekannter Verweis auf ein anderes Regelwerk ist hier, wie es oft in vorher erschienenen Publikationen üblich war, nicht zu finden. Hat man in der Vergangenheit doch eher das Gefühl gehabt, man müsse direkt alle Regelwerke kaufen, um das Richtige zu finden, bleibt man hier mit Liber Liturgium gut bedient. Die Regeln auf diesen Seiten sind zwar nicht neu, aber dennoch kurz und kompakt zusammengefasst, was sich gerade bei Neueinsteigern im Bereich der Götterdiener als große Hilfe erweisen kann.

Götter und Halbgötter Das nachfolgende Kapitel widmet sich den Göttern selbst und zwar nicht nur den Zwölfen. Von Praios bis H’Szint ist jedem Gott eine Doppelseite gewidmet. Diese Schnellreferenzbögen wurden von Ulisses am meisten angepriesen. Wenn man einen Gott sucht, wird man hier schnell fündig, denn diese sind nach Alphabet und nicht erst nach ihren Abstufungen (Gott, Halbgott etc.) sortiert. Auf der jeweiligen Doppelseite zum Gott findet man immer wieder den gleichen Aufbau: Name, Beinamen, Talismane, Heilige Tiere, Beliebte Opfergaben, Gesten und Gebete, Mirakel und Liturgien. Die beiden Letzteren sind immer auf der rechten, die anderen Punkte immer auf der linken Seite der Schnellreferenzbögen zu finden. Ebenso sind diese Seiten mit einem stilvoll illustrierten, einfachen Symbol des Gottes versehen.

Liturgien Nach den Schnellreferenzen landet man schnell bei den alphabetisch sortierten Liturgien. Im Liber Liturgium sind 18 neue Liturgien dazu gestoßen und selbst die Liturgien des Namenlosen – des dreizehnten, bösen Gottes – wurden hier erstmalig ausgearbeitet. Den Bögen lässt sich sehr schön und einfach entnehmen, auf welchem Grad diese Liturgie ist, auf wie viele Personen sie gewirkt wird und welche Reichweite sie hat. Außerdem ist hier angegeben, welchen Geweihten diese Liturgien zugänglich sind. Hier merkt man, dass die Herkunft der Liturgie vom Schnellreferenzbogen abgeleitet ist. Stehen mehrere Gottheiten zur Auswahl, findet man dort alle angegebenen Götter oder lediglich den Ausdruck „universell“. Die Ritualdauer ist gleich als nächstes angegeben, ebenso wie die Wirkungsdauer

Was wirklich gut gelungen ist, sind die nächsten drei Punkte der Liturgie-Erläuterungen. Kommen wir als erstes zu den Symbolen, Gesten und Gebeten. Hier wurde - wie auch im Liber Cantiones für Magier - erklärt, wie der Geweihte seinen Gott anruft, welche Gesten er vollführt und welche Hilfsmittel er für diese Liturgie nutzt. Wer bereits Besitzer eines der acht bislang erschienenen Vademeci – den Gebetsbüchern, die für jeden Gott publiziert werden – ist, wird sich hier nur noch Hilfen zu Liturgien holen, die nicht ausführlich im entsprechenden Vademecum Platz gefunden haben. Für den rollenspielerischen Aspekt werden einem hier viele Türen offen gehalten, um das Ganze am Spieltisch auch wirklich authentisch zu gestalten. Wer sich dort bislang eigene Gebete ausdenken musste, wird hier, in Zusammenarbeit mit den Vademeci der zwölf Götter, einiges an Erleichterungen vorfinden.

Der nächste Punkt sind die Auswirkungen. Diese fand man bislang im Wege der Götter und man musste sich mit dem zufrieden gegeben, was man dort vorgefunden hat. Im Liber Liturgium allerdings werden diese Auswirkungen noch ein wenig ausgeschmückt. Mögen einige von ihnen vielleicht schlicht aus Wege der Götter kopiert worden sein, so sind andere auf jeden Fall zum besseren Verständnis ergänzt worden. Jetzt hat man in maximal acht Zeilen die genauen Auswirkungen der soeben gewirkten Liturgie.

Ein besonderer und gleichzeitig auch letzter Punkt der Liturgiebeschreibungen sind die zusätzlichen Anmerkungen. Wie bereits beim älteren Bruder, dem Liber Cantiones, finden wir hier Ausschmückungen und Hintergrundwissen zu den einzelnen Liturgien. Der Meister kann diese entweder für das Rollenspiel nutzen, oder aber die Spieler können mehr über das erfahren, was ihr Held vielleicht sogar schon wusste. So finden wir beispielsweise bei der Liturgie Prophezeiung die Anmerkung, dass jede Gottheit diese Liturgie anders handhabt. So wird dem Meister geraten, die doch sehr vage und sich immer ändernde Zukunft doch deutlich mit der Handschrift des Gottes zu versehen. Seien es Visionen oder ein bestimmtes Blatt beim Inrah – dem aventurischem Tarot. Alles kann hier möglich sein.

Dennoch gibt es im Zusammenhang mit den letzten drei Punkten einen herben Einschnitt. Es ist möglich, dass Liturgien mehreren Gottheiten zugeschrieben sind und einige sie unter anderem Namen kennen. Zwar sind diese Liturgien regeltechnisch genau die gleichen, allerdings werden andere Kirchen diese Liturgien mit anderen Symbolen, Gesten und Gebeten wirken. So kann es vorkommen, dass eine Liturgie sowohl dem Gott Kamaluq als auch Boron zugetan ist. Gerade Kirchen, die nicht von den bislang erschienenen Vademeci profitieren, werden hier außen vorgelassen, was meines Erachtens eher schade ist.

Nutzbarkeit am Spieltisch Am Spieltisch selbst kam das Liber Liturgium allerdings einheitlich sehr gut an. So hat der örtliche Phex-Geweihte sich natürlich gleich über seine neuen Liturgien gefreut und aufgrund des noch nicht erschienenen Phex-Vademecums einiges an Vorlagen gehabt, sein Rollenspiel schön und für die Gruppe sehr passend auszuspielen. Er erklärte zunächst, welche Gesten er macht (auch wenn die Helden es eher nicht zu Gesicht bekommen haben) und vollführte dann die Liturgie. Der Meister konnte sich dann die Wirkung durchlesen, oder sie wurde schnell vorgelesen. Ein sehr schnell funktionierender Akt, der Stimmung mit gleichzeitiger Regelnähe unter einen Hut bringt.

Ebenso hat eine Spielerin eine Rahja-Geweihte erstellt, obwohl sie bislang noch eher unerfahren mit dem Spielsystem, insbesondere den Regeln zu den Geweihten, war. Die zwölf Seiten Regeln und die dazugehörigen Erklärungen zu den Liturgien, ebenso wie der Schnellreferenzbogen zu Rahja selbst, haben ihr einiges an Hilfestellung gegeben. Das schafft Mut zum Ausspielen. Die Gruppe, wie auch die Spielerin selbst, freuten sich darüber.

Auch die Ausarbeitung der Liturgien des Namenlosen konnten vom Meister sehr schön eingesetzt werden. So wurden in Abenteuern und Kampagnen, wo man es mit Geweihten des Namenlosen zu tun hatte, andere Liturgien eingesetzt oder die vorhanden schön ausgespielt.

Preis-/Leistungsverhältnis Damit ein Buch seine 35 EUR als Printversion wert ist, muss es einiges leisten. Das Liber Liturgium tut meiner Meinung nach genau dies. Durch seinen Einsatz für jeden Geweihten in der Spielrunde, durch seine schöne Aufmachung, seinen stilvoll Illustrierten Seiten und dem genutzten Papier, kann das Buch seinem Preis standhalten. Dennoch lohnt sich der Kauf des Liber Liturgium meiner Meinung nach erst, wenn wirklich geweihte Helden an der Runde beteiligt sind.

Erscheinungsbild Als Erstes wird einem der Einband auffallen, der leider nicht in Kunstleder gehalten worden ist wie die seines magischen Bruders, dem Liber Cantiones. Das feine schwarze Material bietet zwar eine gute Haptik, allerdings würde sich jeder Ermittler über die Fingerabdrücke, die sofort auf dem Material bleiben, freuen. Der in Gold aufgeprägte Titel und das für das Liber Liturgium entworfene Titelbild sind qualitativ leider nicht so gut. Die ersten Abnutzungen der goldenen Aufschrift hatte das Buch schon nach den ersten Spieltagen. Die Verarbeitung und auch das Materials des Papiers lassen dagegen keine Wünsche offen. Die Seiten sind nicht zu dünn und verschmutzen bei Weitem nicht so schnell wie der Einband. Sie sind schön gestaltet, und auch die Schriftart wurde sehr passend gewählt. Auch die Lesebändchen, die es diesmal gleich im Zweierpack gibt, sind meiner Meinung nach ein deutlicher Pluspunkt des Liber Liturgium, da man so zum Beispiel auch mit zwei Geweihten in einer Spielrunde mit einem Buch arbeiten kann. Die Seiten sind übersichtlich gestaltet und gut lesbar. Die Ränder sind ebenfalls mit sehr schönen und passenden Verzierungen versehen... auch wenn es immer die gleichen sind.

Fazit Das Liber Liturgium bringt einem sowohl als Spieler als auch als Meister das karmale Wirken des Schwarzen Auges um einiges näher. Nicht nur Verständnis, sondern auch Regeln werden hier aufgefrischt und erweitert. Gerade Neueinsteigern im Bereich geweihter Helden hilft das Liber Liturgium auf jeden Fall weiter.

Sieht man vom nicht so schön gelungen Cover und der Aufschrift ab, so hat man alle Informationen, die man für das geweihte Leben benötigt, kompakt in einem Buch. Wer allerdings einen Geweihten eines der zwölf Götter spielt und sich rollenspielerisch tiefer mit der Materie auseinandersetzen möchte, sollte sich meiner Meinung nach auf jeden Fall noch das dazu passende Vademecum aneignen. Das Liber Liturgium stellt die Schnittstelle zwischen Wege der Götter und den bislang erschienenen und bald erscheinenden Vademeci dar.

Einige der Liturgien werden allerdings eher selten bis niemals von Spielern benutzt werden können, da sie nur den Oberhäuptern der jeweiligen Kirchen zustehen. So wird ein Spieler sicher nicht die ganze rondrianische Armee in den Kriegszustand versetzen können, da dies nur dem Schwert der Schwerter, dem Oberhaupt der Kirche, gestattet ist.



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