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Orden und Bündnisse (PDF) als Download kaufen
Publisher: Ulisses Spiele
by Roger (. L. [Verified Purchaser]
Date Added: 02/01/2015 14:02:32

Welche Kleidung trägt ein Draconiter, welche Verbote muss ein Bannstrahler beachten, was denkt die Borbaradkirche über die Bruderschaft der Wissenden und was ist eigentlich die Letzte Schwadron? Diesen und anderen Fragen zu Orden und Bündnissen des aventurischen Kontinents widmet sich der zwölfte Quellenband zu Das Schwarze Auge.

Rezension: Die Aventurier organisieren sich! DSA - Orden und Bündnisse

Wie bereits in den vorangegangen Quellenbänden Verschworene Gemeinschaften und Auf Gemeinsamen Pfaden, wird auch in Orden und Bündnisse das Wissen um die verschiedenen Organisationen Aventuriens vertieft und detailreich dargelegt.

Inhalt

Nach einem kurzen Vorwort, welches sich für das „Übergewicht der kirchlichen Orden in diesem Band“ entschuldigt, folgen die Beschreibungen von 25 verschiedenen Organisationen, denen glücklicherweise stets derselbe Aufbau zu Grunde liegt.

Nach einem kurzen Ingame-Text geht es einleitend mit einer Kurzübersicht weiter, die in einem kleinen Kasten die wichtigsten Eckdaten zusammenfasst. Es schließt sich ein chronologischer Geschichtsüberblick an, der in die Gegenwart der Organisation mündet. An dieser Stelle lassen sich auch die ersten Einblicke zu Freund- und Feindbildern der jeweiligen Organisationen finden. Ein Absatz über das Erscheinungsbild und die Symbole der aventurischen Orden und Bündnisse ist in den meisten Fällen recht kurz gehalten, oder gibt lediglich Richtwerte an. Dies ist aber positiv für die individuelle Gestaltung eines Ordensmitgliedes zu verbuchen.

Unter der Überschrift Strukur werden, neben dem Aufbau und der Hierarchie eines Bündnisses, zumeist auch das Ordensleben, die Aufnahme und Organisation (das Vorgehen) oder Tugenden und Ideale eines Ordens thematisiert. Zusätzliche Informationen zu Spezialeinheiten oder besonderen Abteilungen runden das Bild ebenso ab, wie der ein oder andere Ingame-Text oder die „Wer-denkt-was-über-wen-Zitate“.

Für Spieler und Spielleiter gleichermaßen interessant sind die anschließenden Rubriken. Zum einen werden verschiedene Persönlichkeiten vorgestellt, die in Vergangenheit und Gegenwart das Schicksal der Organisation mitbestimmten, zum anderen wird ein Blick auf die Verwendung der jeweiligen Organisation im Spiel geworfen. Besonderes Augenmerk gilt dabei der Möglichkeit, einen Helden der entsprechenden Organisation zu spielen oder einen Orden als „Freund oder Feind“ in das Spiel einzubinden.

Den Abschluss jeder Beschreibung bilden, neben Spielwerten zu Ordensmitgliedern, die Geheimnisse der Organisationen. Viele der Geheimnisse entpuppen sich beim genaueren Lesen aber bedauerlicherweise mehr als Szenarien-Vorschläge, denn als wirkliches Geheimnis.

Die Menge macht’s …

Besonders für ambitionierte Spieler und Spielleiter bietet der neue Quellenband viele Möglichkeiten. Wer sich wirklich die Zeit zum Lesen nimmt, der kann interessante Details entdecken, und auch in den Texten zu Geschichte und Gegenwart der Organisationen lassen sich viele Ansätze für mögliche Szenarien finden. Wer Angst hat, bei 25 Organisationen die Übersicht zu verlieren, der kann unbesorgt im Index nach Stichwörtern suchen oder einen schnellen Blick auf das Inhaltsverzeichnis werfen. Zugegeben, der Versuch, das Inhaltsverzeichnis alphabetisch zu sortieren, ist fehlgeschlagen.

Für den schnellen Leser bietet die Kurzübersicht allerdings alles, was das Spielleiterherz begehrt. Im Gegensatz zum vorangegangenen elften Quellenband Klingentänzer wurde sogar daran gedacht, neben Wahlspruch, Größe, Beziehungen und Finanzkraft auch auf die Herkunft und Leitung der jeweiligen Organisation einzugehen.

Der geschichtliche Part einiger Orden ist leider sehr kurz gehalten. Dies mag zum einen mit dem baldigen Erscheinen der Historia Aventurica zusammenhängen, zum anderen ließe sich dieser Umstand aber auch damit begründen, dass einige der Organisationen eine mehr als 1000-jährige Geschichte aufweisen, die bis in die graue Vorzeit des Bosparanischen Reiches zurückreicht und somit den Rahmen eines Organisations-Quellenbandes sicherlich gesprengt hätten. Auch die Texte, die sich mit der Gegenwart einer Organisation befassen, sind sowohl inhaltlich als auch in ihrer Größe sehr unterschiedlich gewichtet. Da aber auch kleinere Orden wie beispielsweise der erst kürzlich gegründete Dreischwesternorden (1026 BF), ihren Platz in diesem Band gefunden haben, ist die unterschiedliche Menge an Informationen nicht weiter verwunderlich.

Die hierarchischen Strukturen der verschiedenen Orden und Bündnisse werden in (fast) allen Beschreibungen bis ins kleinste Detail durchleuchtet. Wenngleich hier ein paar Abbildungen bzw. Struktogramme gewiss recht hilfreich gewesen wären, lassen sich diese sicherlich auch mit etwas Aufwand selbst erstellen. Andererseits besitzen viele der „geheimen“ Bündnisse überhaupt keine geradlinige, gut darstellbare Hierarchie, weil die Organisationen dadurch viel zu anfällig gegenüber ihren Feinden wären. Vielleicht ist es auch eine Herausforderung für Spielleiter und Spieler gleichermaßen, eine Organisation zu infiltrieren, um deren Struktur erst nach und nach zu durchschauen.

Das Einbinden der Organisationen am eigenen Spieltisch sollte mit den vielen kleinen Szenario-Vorschlägen und Ideen nicht schwerfallen. Die mannigfachen Zitate der Ordensmitglieder oder Ingame-Texte geben ein stimmiges Bild wieder und lassen sich leicht auch in das eigene Spiel integrieren. Mit Orden wie den Bannstrahlern oder dem Bund des Wahren Glaubens sind ebenso die von Praios‘ Licht gesegneten Seiten vertreten, wie mit der Borbaradkirch“ und den Bluttemplern auch die Schattenseiten Deres‘ nicht zu kurz kommen. Wer eine Gruppe leitet, die sich regional nie weit von ihrem Ausgangspunkt entfernt, muss auch nicht bangen, benachteiligt zu sein, denn viele der beschriebenen Organisationen handeln aventurienweit oder bereits global.

Wem die über 80 Organisationen der drei Quellenbände Verschworene Gemeinschaften (Q8), Auf Gemeinsamen Pfaden (Q9) und Orden und Bündnisse(Q12) noch nicht ausreichen, dem gibt Orden und Bündnisse noch eine besondere Überraschung mit an die Hand. Auf den letzten Seiten des Bandes verbirgt sich eine klassische Würfeltabelle, mit deren Hilfe sich eine eigene horasische Loge erstellen lässt. Meine ersten Versuche führten zwar zu seltsamen Konstruktionen wie Die verborgene Bruderschaft des brennenden Hauses (Brandstifter???) oder Die uralten Diener vom flüsternden Auge („Bringt mir den einen Ring ...“), aber mit etwas Würfelglück lassen sich schnell und unkompliziert eine Reihe von lustigen, ernsthaften und interessanten Logen erstellen.

… auch nicht immer besser!

Die besonders große Spannbreite an Informationen, die in diesem Quellenband zusammenkommt, hat leider auch seine Nachteile. Denn je mehr Informationen aus verschiedenen Quellen zusammengetragen werden, desto mehr weichen die Texte auch voneinander ab. Einige der Texte sind spannend geschrieben und geben Spieler und Spielleiter einen stimmungsvollen Einblick in die Organisation wie beispielsweise die BVOC (Brabacische Vereinigte Occidental- Compagnie) oder der Sacer Ordo Draconis (Drachenorden der Hesindekirche). Andere Texte hingegen sind eher enttäuschend und scheinen sich lediglich altbekannter Klischees zu bedienen, wie es bei den „verblendeten“ Bannstrahlern der Fall ist. Auch lässt sich an einigen Stellen die Aktualität vermissen, was entweder bewusst in Kauf genommen wurde, um nachfolgende Publikationen zu schützen, oder schlicht vergessen wurde. Die Quanionsqueste der Praioskirche, die auch Auswirkungen auf den Orden der Bannstrahler hatte, dient hier als bestes Beispiel.

Was sich schon im Inhaltsverzeichnis bemerkbar macht, ist auch durch den gesamten Band hindurch zu spüren – es fehlt ein roter Faden. Angesichts der großen Informationsvielfalt, mit der das Buch aufwartet, ist es aber wohl kaum möglich, einen sinnvollen roten Faden zu finden. Das heißt für den Leser aber leider auch, dass er immer wieder auf kleinere oder lokale Gruppen und Organisationen stößt, die er persönlich vielleicht überhaupt nicht interessant findet. Überhaupt wirkt der Band etwas unübersichtlich.

Schlimmer noch als die bereits erwähnten, unübersichtlichen Strukturen der verschiedenen Gruppierungen, ist die Anhäufung von Titeln, Dienst- und Positionsbezeichnungen, die ein Ordensmitglied erhalten oder verleihen kann. Insbesondere die vielen kirchlichen Orden steuern ihren Teil zur Titulatur-Vielfalt bei. Wer sich im Wirrwarr von Prokurator, Prolucutor, Präcantor und Propräzeptor noch zurechtfindet, ohne sich die Zunge zu brechen, der meistert bestimmt auch jede Hürde der deutschen Bürokratie.

Preis-/Leistungsverhältnis

Der Preis von 30 EUR erscheint mir relativ hoch angesetzt. Zwar hat der Band 176 Seiten und somit 25 Seiten mehr als der erste Organisationsband, aber dennoch liegt er mit 25 Orden und Bündnissen drei Organisationen hinter den ersten beiden Bänden zurück. Die unterschiedlichen Schreibstile und die inhaltliche Unausgewogenheit stehen in keinem Verhältnis zum Preis.

Erscheinungsbild

Das Cover überzeugt mit einem fantastischen Bild von Markus Koch und gibt bereits in Ansätzen wieder, was den Leser erwartet. Die Hardcover-Version steht den anderen Quellenbänden qualitativ in nichts nach, die PDF-Version ist identisch, kann aber zudem eingepflegte Lesezeichen vorzeigen, welche das Lesen deutlich vereinfachen. Das bereits mehrfach erwähnte Inhaltsverzeichnis lässt zu wünschen übrig, wird aber durch den Index hervorragend ergänzt.

Besonders schön ist die zahlreiche Bebilderung des Buches. Zu (fast) jeder Organisation wurde ein Wappen oder Emblem hinzugefügt. Über Farbdifferenzen kann auf Grund des Schwarz-Weiß-Druckes hinweggesehen werden. Des Weiteren sind viele Bilder aus dem Ordensleben oder von Persönlichkeiten der jeweiligen Organisation enthalten, die sich erstklassig zur Visualisierung am Spieltisch eignen. Der Orden zur Wahrung von Rhodenstein stellt mit einer Zeichnung von Steffen Brand sogar erstmalig seine Ordensburg vor.

Bonus/Downloadcontent

Keine.

Fazit

Alles in allem ist dieser Quellenband eine Bereicherung für jede DSA-Runde. Mit den zahlreichen Ideen, Anregungen und in die Texte eingeflochtenen Szenario-Vorschlägen lassen sich die Organisationen Aventuriens bestens integrieren. Die ebenso zahlreichen Bilder können zudem maßgeblich die Spielatmosphäre bereichern und die Orden und ihre Mitglieder veranschaulichen. Über die etwas chaotische Sortierung sieht man – dank Index – gerne ebenso hinweg, wie über die gering gehaltenen Rechtschreibfehler.

Lediglich die verschiedenen Schreibstile und teilweise zu unübersichtlichen Strukturen einzelner Organisationen sind schade. Mit etwas mehr Zeitaufwand und einheitlicher, liebevoller Schreibarbeit hätte die eine oder andere Organisation sicherlich das Maß an Aufmerksamkeit bekommen, das sie verdient.

Orden und Bündnisse ist eine Publikation, die jeder Spielleiter im Schrank stehen haben sollte und zwar unabhängig der zwei zugehörigen Bände. Nicht jede Organisation passt in jeder Spielrunde, wie die (Basalt-)Faust aufs Auge, aber bei 25 Organisationen ist für jede Gruppe eine Bereicherung dabei.



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